Loslassen - nur mit "Schulterblick"


 

 

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Jeder Fahrschüler kennt die mahnenden Worte des Fahrlehrers „Schulterblick nicht vergessen“!

 

Die Reaktion auf diese Worte kennen wir doch alle:
Nämlich ein unverständliches Augenrollen gepaart mit einem genervten „Ja, ja“.
Für uns gab es damals nichts Wichtigeres, als diese Regeln zu befolgen, damit wir endlich unser Ziel erreichen und die große weite Welt mit unserem Fahrzeug erobern konnten.

 

Diese Regel „Schulterblick“, die uns im heranwachsenden Alter beigebracht wurde, haben wir später oftmals vergessen und als Erwachsener keine große Bedeutung mehr geschenkt.

Warum sollten wir auch?

 

Doch so wichtig dieser Schulterblick im Straßenverkehr ist, genauso wichtig ist er für UNS in Bezug auf Vergangenheit loslassen, Gegenwart leben und dadurch Zukunft gestalten.

 

Hast du schon einmal einen Hund beobachtet, wie er sich in ein Stöckchen verbissen hat, dass sein Herrchen ihm abnehmen will? Immer wieder kommen die Worte: „Lass los! Aus, lass jetzt endlich los“.

Nur ganz widerwillig oder sogar gar nicht trennt sich der Hund von seinem Stöckchen.

 

Ähnlich geht es uns Menschen. Auch wir können uns in etwas „verbeißen“ – in Erlebnisse, Menschen Situationen oder Erfahrungen, in oder von denen wir uns gekränkt oder verletzt gefühlt haben.

 

Und deshalb wirst auch du bestimmt schon diese kleinen Momente in deinem Leben kennen, in denen du dich gefragt hast:

-      Warum muss ich immer alles machen und bin dann so erschöpft?

-      Wann kümmert sich auch mal jemand um mich?

-      Warum ist das Leben für andere so leicht und ich habe es so schwer?

-      Ist das Leben denn nur bei mir so kompliziert und anspruchsvoll?

-      Schicksalsschläge – warum trifft es immer mich?

-      Ich bin an allem Schuld

-      Warum ist die Welt so ungerecht usw.

 

Wenn dir solche Sätze bekannt vorkommen und wir diese belastenden Dinge nicht loslassen können, was passiert dann mit uns?

In diesen Momenten befinden sich die unterschiedlichsten Gefühle, wie etwa Verzweiflung, Trauer, Kränkung oder Eifersucht in uns und unsere gesamte Aufmerksamkeit gilt oftmals nur diesen belastenden Ereignissen… unsere Gedanken kreisen darum wie ein Karussell.

 

Nicht loslassen bedeutet somit, dass wir in einer Situation verharren, die unserer seelischen und körperlichen Gesundheit schadet oder uns daran hindert, unser volles Potenzial abzurufen und auszuschöpfen.

Die Folgen des Nicht-Loslassen-Könnens, äußern sich oftmals durch:

-     Kopfschmerzen

-     Schlafstörungen

-     Konzentrationsstörungen

-     Grübeln oder Gedankenkreisen

-     Wut und Hassgefühle und somit Unzufriedenheit

-     Verleugnen der krankmachenden Gedanken

-     Selbstablehnung

-     Depressionen

 

Und dann ist hoffentlich der Punkt gekommen, an dem wir selbst erkennen und wahrnehmen, dass wir so nicht mehr weiterleben können und möchten.

 

Loslassen können - ist wirklich reine Kopfsache
Wir entscheiden uns ganz bewusst, unseren Blick weg von der belastenden Situation, nach vorne zu richten.

Loslassen kann auch beinhalten, dass wir Abschied nehmen von unseren großen Lebensplänen.

 

Auch Älterwerden, Krankheit, Trennung, Tod oder ein Unfall können Hinweise sein, unser bisheriges Leben zu verändern.

Dann sind wir also bereit, die Vergangenheit anzunehmen.

-     Wir sind bereit, zu akzeptieren, was passiert ist. Es gefällt uns zwar nicht, aber es ist passiert.

-     Wir sind bereit, zu erkennen, dass die momentane Situation uns körperlich und seelisch schadet und     suchen nach einer Lösung.

-     Wir haben Vertrauen, dass es die Lösung gibt und wir es schaffen werden, unsere Situation zu verändern.

 

Loslassen beginnt mit einem einzigen Satz:

Ich bin bereit, loszulassen… wirklich loszulassen!

 

Und hier kommt nun der eingangs erwähnte, wichtige „Schulterblick“. Wir müssen uns selbst überprüfen. Wir müssen hinter uns schauen, ob wir wirklich loslassen und losgelassen haben.

 

Somit frage ich Dich:

Lässt auch du wirklich los, oder redest du es dir nur ein und hältst trotzdem fest?